© 2019 Archiv für Zivilisationsforschung Freiberg (Germany)

BUCHVORSTELLUNG

 

Klaus Stefan Freyberger und Christian Zitzl

 

Im Labyrinth des Kolosseums

Das größte Amphitheater der Welt auf dem Prüfstand

 

2016, Nünnerich-Asmus Verlag

In memoriam Christine Ertel

 

128 Seiten, 61 Abbildungen, Glosar, umfassendes Literaturverzeichnis

Preis: 24,90 €

Es gibt auch von alten Bauwerken immer was Neues

 

Was wurde nicht alles schon über das Kolosseum in Rom geschrieben? Es ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Ewigen Stadt und ein Muss für alle Besucher.

 

Das neue Buch ist eine außerordentlich informative Arbeit mit zahlreichen Fakten, Bildern und neuen Forschungsergebnissen, die alle an der Antike und speziell der römischen Geschichte Interessierten mit Spannung lesen werden.

 

Zudem wird hier das römische Kolosseum im Kontext zu anderen römischen Amphitheatern dargestellt. Das nimmt etwa ein Drittel des Buchumfanges ein und betrifft die Arenen in Pompeji, Albana Laziale, Verona, Arles, Nimes, Pozzuoli und Capua.

Gebaut wurde zunächst auf dem zentralen Forumsplatz und das vermutlich schon ab dem 5. Jahrhundert vor Christus. Im 3. Jahrhundert vor Christus begann mit der Errichtung von Tuffmauern die Vorbebauung auf dem heutigen Standort. Renovierungsarbeiten fanden 29 vor und 69 nach Christus statt. An die Eröffnung des neuen Kolosseums im Jahr 80 nach Christus durch Kaiser Titus erinnert noch eine Sesterze.

 

Viele Details machen die Geschichte des Kolosseums lebendig. So erfährt man, dass für den Zutritt eine Eintrittskarte erforderlich war. Doch die Sitzplatzverteilung erfolgte nach der sozialen Stellung des Besuchers. Senatoren saßen natürlich in der ersten Reihe, ihnen folgten hohe Offiziere, das Volk viel weiter hinten. Die Rangordnung konnte in Inschriften auf den Stufen erfahren werden. Diese markierten auch die reservierten Plätze für ausländische Diplomaten.

 

Die Autoren berichten detalliert über den aktuellen Stand der Grabungen in den Jahren von 1986 bis 1999. Dabei kamen bisher nicht bekannte, ältere Bautenreste zum Vorschein. Die Autoren untersuchten nicht nur das Bauwerk und seine materielle Geschichte, sondern durchforsteten auch die Literatur und verglichen beide Ergebnisse miteinander. Das trotz ihrer Feststellung: "Literatur kann manipuliert, ausradiert oder sogar verbrannt werden. Steine hingegen lügen nicht."

Das vorliegende Buch ist kein Roman und versucht auch nicht durch fiktive Storys Leser zu animieren. Es ist eher eine leserfreundliche Recherche und Dokumentation, die durch zahlreiche Fotos und Zeichnungen untermauert wird.

 

Peter Hertel, Archiv für Zivilisationsforschung, Freiberg/Sachsen

  • YouTube - Black Circle

Archiv für Zivilisationsforschung