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BUCHVORSTELLUNG

 

Kurt Roeske und Patrick Schollmeyer

 

Kykladen

Von Delos bis Santorin. Unterwegs auf den Inseln der olympischen Götter 

DER Erlebnisführer vor Ort – Geschichte Live!

Antike Bauwerke und Orte als Kulisse

Protagonisten der Antike sprechen aus eigens für den Band angefertigten Übersetzungen antiker Textquellen zum modernen Betrachter

2017, Nünnerich-Asmus Verlag

224 Seiten, 77 Abbildungen

ISBN: 978-3-945751-77-0

Preis: € 24,90 (D) / sFr 24,90 / € 25,60 (A)

Der andere Reiseführer zu den Kykladen

Der erste Band einer neuen Reiseführereihe, vorgestellt vom Verlag Nünnerich-Asmus ist da. Doch wer hier Reisetipps, Hoteladressen oder Wanderrouten sucht, wird enttäuscht sein - die gibt es nicht. Lediglich im letzten Abschnitt "Lesehinweise" finden sich Quellen für die gewohnten Reiseführer.

 

Doch alle die, die die griechische Antike lieben sind keinesfalls enttäuscht sondern eher begeistert. In dem neuartigen Werk kommen als Reiseführer die antiken Autoren selbst zu Wort, denn wer sollte die Inseln besser als sie kennen?

 

Der Historiker Herodot (485 bis ca. 425 vor Christus) begründet nicht nur sein Lebenswerk sondern auch den Zweck dieses Buches: "... damit weder das, was Menschen geleistet haben mit der Zeit vergessen wird, noch große und bewundernswerte Taten, sei es, dass sie von Griechen, sei es, dass sie von Barbaren vollbracht wurden, ihren Ruhm verlieren..."

Mit den Barbaren sind übrigens auch wir gemeint.

 

Die Kykladen, die über 30 Ringinseln, liegen um die einst heilige Insel Delos im ägäischen Meer. Besondere Erwähnung finden Melos - die gottverlassene Insel, Santorin - ein Geschenk des Meeresgottes Triton, Naxos - die Insel des Dionysos, Paros - Heimat eines großen Dichters, Mykomos - Tor zu Delos und Tenos - Heiliges Pilgerziel.

 

Der Leser erfährt von der Entdeckung der Venus von Milo auf Melos und bekommt ihren besonderen Reiz mit einem gewissen Rätsel, das sie umgibt, erklärt. Frau eben.

 

Die Insel Santorin, sicher die bekannteste unter den Kykladen, wird von Herodot "Kalliste", die Schönste genannt. Hier kann die einst vom Vulkan verschüttete bronzezeitliche  Stadt Akrotiri besucht werden.

Die Verfasser können der Versuchung nicht widerstehen, auf das angeblich hier lokalisierte Atlantis einzugehen, kommen aber zu dem erfreulichen Schluss, dass die Insel eher ein Anlass sei, sich mit Platons Staatstheorie zu befassen.

Eine Lebensweisheit von Pindar (520 bis 440 Vor Christus) kann man aus Naxos bekommen: "Auf der glänzenden Insel Naxos starben, wie man sagt, die Söhne des Iphimedeia, damit kein Mensch dauernd danach strebt, verbotene Liebe zu kosten.

 

Der ungewöhnliche Reise(ver)führer hat seinen besonderen Reiz durch die zahlreichen Zitate antiker Autoren, die blau gedruckt und schnell auffindbar sind. Der Wert des Buches liegt vor allem darin, dass der historisch interessierte Leser und alle Griechenlandfreunde hier erstmals die bekannte Autoren ihrem Heimatland zuordnen können.

 

Schließlich sind die Ratschläge der alten Griechen immer noch aktuell:

"Weder wenn ich weine, wird etwas besser, noch schlimmer, wende ich mich zum Genuss und zur Freude am Fest." (Archilochos)

 

Mit dem Erlebnis-Reise-Führer in der Hand lassen sich einfach mal ein paar Jahrtausende schrumpfen und man sieht viel mehr vom klassischen Griechenland.

Peter Hertel, Archiv für Zivilisationsforschung, Freiberg/Sachsen

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