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Pompeji – das zweite Leben einer römischen Stadt 

Gedreht 1991 auf Video SVHS, Laufzeit: 30 Minuten, Kamera: Peter Hertel, Endfertigung Focus Film 

Pompeji ist die besterhaltendste Stadt des Altertums. Der Vesuv, am Golf von Neapel, gilt als einziger tätiger Vulkan auf dem europäischen Festland. Die Katastrophe begann am Mittag des 24.8.79, von 20.000 Einwohnern kamen etwa 2000 ums Leben. Die Ausgrabungen begannen vor rund 200 Jahren, ein Drittel der Stadt liegt noch unter Lava und Asche verborgen.

Pompejis Straßen sind eng, holprig, für Kinder absolut ungeeignet. Da es keine Kanalisation gab, wurden Trittsteine in den Straßen zum Übergang genutzt.

Die Wohnräume waren um eine Säulenhalle (Peristyl) angeordnet, die Schatten spendete.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pompejis Kunstwerke, Gemälde, Mosaike und Skulpturen sind weltberühmt und unendlich wertvoll. Die verwendeten mineralischen Farben blieben erhalten und die Farbtöne wirken angenehm beruhigend.

Das Forum, ein großer Platz, war politisches, wirtschaftliches und religiöses Zentrum, Sitz der Behörden, Markt, Sportstätten, Treffpunkt der Bevölkerung.

Pompeji besitzt das älteste, bisher bekannte Amphitheater der Antike, um 80 v.Chr. erbaut bietet es Platz für  20.000 Zuschauer.

Wichtig war die Wasserversorgung. In Kunstgräben wurde das Wasser von den Nolabergen herangeleitet, in einem Wasserschloss filtriert und verteilt und über Bleirohrleitungen bis in die Küche geleitet.

Das soziale Gefüge der Stadt bestand aus den unterschiedlichsten Schichten, die jedoch in relativer Ausgeglichenheit zusammenlebten.

In Pompeji wurden keine Anzeichen für Elend gefunden, was sicher auf die billigen Grundnahrungsmittel und das Fehlen jeglicher Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist.

In der Handels- und Hafenstadt Pompeji gab es 13 Gasthäuser, 19 Hotels, sechs Gartenrestaurants mit Weinausschank, 23 Freudenhäuser und 170 Werkstätten der verschiedenen Zünfte. Es gab über 600 bisher gefundene Läden. Aus der Liste der in Pompeji ansässigen Gewerke geht die Eigenständigkeit der Stadt hervor. Man war sicher nur in ganz wenigen Fällen auf Lieferungen von außerhalb angewiesen.

Johann Wolfgang von Goethe  besuchte am 11. März 1787 die Stadt: "Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, was den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte“, schrieb er in sein Tagebuch. 

Die Pompejianer sprechen noch immer zu uns Nachgeborenen

 

 

Die pompejianischen Wandinschriften sind in Latein abgefasst und alle älter als 1.900 Jahre. Ihre Inhalte haben wesentlich zur Aufklärung der römischen Gesellschaftsstruktur beigetragen.

 

„Teilt die Gemeindegelder einfach auf, dafür trete ich ein, denn unsere Gemeindekasse hat gewaltig viel Geld.“

 

„Was nützt mir eine Venus, wenn sie aus Marmor ist?“

 

„Glückliche, seid gegrüßt.“

 

„Der Lügner grüßt überall den Wahrheitsfreund.“

 

„Samius wünscht dem Cornelius, er möge sich aufhängen.“

 

„Wer niemals ein jung Weib geliebt, der ist kein braver Mann!“

 

„Wer liebt, der soll keine heißen Bäder nehmen, denn keiner, der von der Liebe gebrannt ist, kann noch Heißes leiden.“

 

„Wer ein schwarzes Mädchen liebt, der brennt wie von schwarzen Kohlen.“

 

„Jetzt ist der Zorn noch frisch, jetzt ist es Zeit auseinander zu gehen. Wenn der Schmerz vergangen, glaube mir, kehrt die Liebe wieder.“

 

„Florionus, Gefreiter und Angehöriger der 7. Legion ist hier gewesen, und die Frauen haben ihn nicht erkannt. Bis auf wenige, und die haben es zu spüren bekommen.“

 

„Wenn einer beim Trinken sitzt, ist ihm alles andere gleich.“

 

„Schönsten Gruß, wir sind voll wie die Weinschläuche!“

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