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Zum Bericht über den Eisendolch im Grab des Tutanchamun

May 11, 2018

 

So könnte der Pharao ausgesehen haben. Wissenschaftler haben versucht sein Gesicht zu rekonstruieren. (Foto: DW-Wissenschaft-Kairo)

 

 

Geschichten über den Fluch des Pharao

 

Mit der "Geburt" des Fluches wurde damals der heute nun schon mindestens 100 Jahre alte Begriff eines Fake verwendet. Liebe Freunde, Ihr hättet doch nicht angenommen, dass es sich bei solchen Falschmeldungen nur um eine neuzeitliche Erfindungen handelt?

 

Bei der Öffnung des Grabes im Jahr 1922, soll der Ausgräber Howard Carter zunächst eine unbedeutende kleine Tafel mit folgendem Text übersehen haben:

 

"Der Tod soll den mit seinen Schwingen erschlagen, der die Ruhe des Pharao stört"

 

"Menschen glauben gern an übernatürliche Phänomene, da der Glaube an eine Welt hinter unserer Welt Hoffnung auf ein ewiges Leben weckt", schrieb Götz Bolten. Außerdem hören Menschen seit jeher gern Geschichten. So wundert es auch nicht, dass die Inschrift, die man in Tutanchamuns Grab fand, in Wirklichkeit so lautete: 

 

"Ich verhindere, dass Sand die geheime Grabkammer füllt. Ich bin zum Schutz der Toten da." 

 

Das klingt weniger spektakulär als die "Schwingen des Todes, die Menschen erschlagen", aber das lesen auch weniger und erzählen es gleich gar nicht weiter.

 

 

So fanden die Ausgräber die Grabkammer vor. Carter vermutete, dass Grabräuber bereits kurz nach der Bestattung hier nach Schätze suchten, offenbar aber dabei gestört wurden. (Foto: Archiv)

 

 

Der Zugang zur Grabkammer hinter einer zugeschütteten Treppe war mit dem echten Siegel des Tutanchamun versiegelt. Das entkräftet auch die Legenden, wonach Carter schon vor der offiziellen Eröffnung mal "reingeschaut" habe. (Foto: Archiv)

 

Als "Beweis" für den Fluch des Pharaos wurden zahlreiche Todesfälle angeführt. Monate nach der Graböffnung soll ein Mitglied der Expedition aus ungeklärten Ursachen verstorben sein. Der Finanzier der Grabung Lord Canarvon wurde ein halbes Jahr nach der Graböffnung von einem Insekt in den Hals gestochen. Beim Rasieren schnitt er sich in die geschwollene Hautstelle und zog sich eine Blutvergiftung zu. Er starb am 5. April 1923 im Krankenhaus, die Ärzte diagnostizierten eine Lungenentzündung. Und nun kommt noch der Höhepunkt des Fake: Zum Zeitpunkt seines Todes soll in ganz Kairo das Licht ausgefallen sein. War zufällig von Euch jemand dort, der das bestätigen könnte? 

 

Nach Carnarvons Tod setzte sich die Reihe mysteriöser Todesfälle fort. Es schien als hätten alle, die das Grab besuchten oder sich mit der Mumie beschäftigten, das gleiche Schicksal ereilt. Ein gefundenes Fressen für die Presse, die sich mit immer neuen, grauenhaften Meldungen überschlug. Ihr kennt ja den Satz "Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten für die Presse". Bald war die Hysterie so groß, dass sogar Kunstsammler ihre ägyptischen Sammelstücke loswerden wollten.

Da zuvor auch Lord Carnarvons Frau, sein Halbbruder, sein Kanarienvogel und sein Hund sowie Carters Sekretär und ein Kustos der ägyptischen Abteilung des Britischen Museums an Krebs gestorben waren sah man dies als weitere Beweise für das unheilvolle Wirken des Pharaos und seines Fluchs.

Seltsam nur, dass der eigentliche Ruhestörer Howard Carter jahrelang im Grab arbeitet und außer Überbelastungen durch zu viel Arbeit keine gesundheitlichen Problem hatte. 

 

„Man muss das ganz nüchtern und wissenschaftlich betrachten“, findet der Mumienforscher Frank Rühli von der Universität Zürich. Eines sei klar: Wer eine Grabkammer öffnet, atmet den Hauch der Jahrtausende. „Hier herrscht ein ganz spezielles Milieu, in dem sich gesundheitsschädliche Schimmelpilze entwickeln können“, so Rühli. Es war nicht der Fluch des Pharaos, der tödlich war, sondern möglicherweise ein kleiner Schimmelpilz, Aspergillus Flavus, der fast ganz ohne Sauerstoff die Jahrtausende in der Grabkammer überdauert hatte. Nahrung fand er in den organischen Überresten des Pharaos und den Grabbeigaben. Bei der Graböffnung wurde er aufgewirbelt, gelangte in die Lungen und löste allergische Reaktionen aus. Diese konnten auf geschwächte oder ältere Menschen tödlich wirken – gesunde Menschen merkten nicht einmal etwas davon.

 

Das ist aber die einzige Erklärung die wir anbieten können.

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