Malta - Land am Rande Europas

Gedreht 1989 auf 16 mm Film, Laufzeit: 25 Minuten, ein Film von Peter Hertel im Auftrag des DDR-Fernsehens. Musikredaktion: Heike Reinhold, Sprecher: Hans-Georg Thies, Redaktion Edith Franke, Regie Ernst Gladasch. Produktion: Karin La Guma

Malta, ein besonderes Eiland

 

Ein geologischer Zufall legte die Insel an seine schicksalhafte Lage, an den Scheideweg zwischen Ost und West, zwischen Europa im Norden und Afrika im Süden, fast genau in die Mitte zwischen Gibraltar und dem Suezkanal. An diesem historischen Punkt nimmt die Insel schon seit über 6000 Jahren am Aufstieg und Untergang von Weltreichen, an der Geburt und Verbreitung von Religionen und an grausamen und blutigen Kriegen teil. Malta ist die kleinste Nation Europas mit der längsten Geschichte. Die maltesischen Inseln sind die Reste einer Landbrücke, die noch im Pleistozän, also vor 1.5 Millionen Jahren, Sizilien mit Afrika verband.

 

Die Datierung der Tempel ist kompliziert. Man nimmt heute folgendes an:

 

Beginnen wir von der Gegenwart, die angegebenen Zahlen beziehen sich alle auf Daten vor Christus. Die Nekropole, also der Friedhof von Tarxien wurde zwischen 2.500 und 1.500 angelegt. Die Tempel von Tarxien und Hagar Qim sind nochmal 1.000 Jahre älter. Das unterirdische Hypogäum von Hal-Saflieni ist vermutlich zwischen 3.300 und 3.000 entstanden. Die Tempel von Mnajdra und Ggantija wurden ebenfalls in diesem Zeitraum errichtet. Sie sind damit älter als die Pyramiden bei Kairo. Die ältesten Funde auf Malta stammen aus der Karsthöhle Ghar Dalam und werden auf zwischen 5.000 und 4.500 vor Christus datiert.

Eine große Zäsur gab es mit der beginnenden Bronzezeit. Sie ist mit einer Neubesiedelung der Insel verbunden, bei der sich etwa um 2.500 vor Christus eine Bevölkerung mit einer völlig anderen Kultur und unbekannter Herkunft auf der zu dieser Zeit anscheinend menschenleeren Insel niederließ. Sie brachte die Bronze mit und verbrannte ihre Toten.

Zu dieser Reise, bei der der 30 minütige Film für das Fernsehen der DDR entstand, haben mich mein Frankfurter Freunde Usch und Herbert Bock eingeladen.

Die Hafeneinfahrt zu Valetta.

Der Tempel von Hagár Qim.

Der Tempel von Tarxien.

„Schienenstränge“, die möglicherweise einst zur Wasserspeicherung und zur Wasserverteilung auf der kargen Insel dienten.

Tempel zu Mnajdra, das südlichste Bauwerk Europas.

Mnajdra bietet viele interessante Durchblicke.

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