Ungelöste Rätsel alter Erdkarten

 

Erschienen ab 1983 im Verlag VEB Hermann Haack in 6 Auflagen

Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha, ISBN: 3-7614-0769-6

Geographische Bausteine, Neue Reihe, Heft 22

93 Seiten, 3 Tabellen  im Text, 12 Abbildungen und eine Faltkarte in der Anlage, weiterführende Literatur.

Erhältlich nur noch über den  Autor, Preis: 18,50 € gebunden, Broschur 14,50 € (portofreie Zusendung).

Aus dem Inhalt

 

  • Von der Zeichnung im Sand zum Globus – aus der Geschichte der Erdkarten

  • Die Westküste Südamerikas auf einer Karte aus dem Jahre 1510

  • Die Karte des Piri Reis von 1513

  • Vom Piraten zum Kartenhersteller

  • Die Anleitung zum Segeln im Mittelmeer

  • In der Serail-Bibliothek wird zufällig ein Kartenfragment entdeckt

  • Die Quellen des Piri Reis

  • Ein Geschichtsprofessor und seine Studenten lüften erste Rätsel alter Karten

  • Kannte Piri Reis den Wert alter Quellen?

  • Geheimnisse alter Karten stammen von unserer Zivilisation

  • Die Karte des Oronteus Finaeus zeigt die Antarktis 250 Jahre vor ihrer Entdeckung

  • Die Antarktis auf der Mercator-Karte von 1569

  • Philippe Buache zeichnete  1754 die Antarktis ebenfalls ohne Eis

  • Frühe Entdeckungen können die Lösung sein

Das ist das erhalten gebliebene Fragment der Piri-Reis-Karte von 1513. Auf ihr sind der Atlantik, Teile von Südamerika, die nördliche Westküste Afrikas und Spanien sowie im Süden Teile der eisfreien Antarktis zu sehen.

Die Abbildung zeigt das der Piri-Reis-Karte zugrunde liegende Gradnetz.

Diese Karte entspricht dem Gradnetz der Piri-Reis-Karte, stammt jedoch von der amerikanischen Luftwaffe.

 

Es handelt sich bei der Piri-Reis-Karte um eine azimutale Projektion mit dem Zentrum der Karte im antiken Syene (Assuan). Was hier vielleicht kompliziert klingt kennen Sie alle. Die Polargebiete auf unseren Atlanten sind alle nach dieser mathematischen Projektion gezeichnet. Der Mittelpunkt ist der Pol und die um ihn herum liegenden Gebiete lassen sich so relativ exakt darstellen. Mit dieser Projektionsart kann man zwar die ganz Erdoberfläche zeichnen, doch es gibt jedoch große Verzerrungen der vom Mittelpunkt entfernt liegenden Gebiete. Aber diese Methode hat einen großen Vorteil. Sie ist längentreu, das heißt man kann vom Zentrum aus zu jedem Ort der Welt die genaue Entfernung ohne Umrechnungen bestimmen. Das war vor Zeiten der weltweiten GPS-Navigation besonders für die Flieger interessant.

 

Nach neueren Angaben lebte Piri Reis von 1470 bis 1554, wo er in Kairo fälschlicherweise enthauptet wurde. Im Topkapi-Palast in Istanbul befindet sich noch, streng behütet, das Fragment seiner Erdkarte von 1513. Schlechte Drucke der Karte werden in ganz Istanbul zu fetten Preisen an die Touristen verkauft.

1521 gab Reis sein Handbuch über das Mittelmeer „Bahriye“ heraus, dessen Kopien sich auch in unseren Bibliotheken befinden. Eine zweite Erdkarte stammt aus dem Jahr 1528, von ihr ist nur ein Achtel erhalten geblieben. Ihr Inhalt ist mit der Exaktheit der Karte von 1513 nicht zu vergleichen.

In der damals üblichen Weise wurde die Karte vom Zeichner mit Tieren und Schiffen ausgestattet, die weitere Informationen vermitteln.  

Im Impressum der Piri Reis-Karte von 1513 finden sich interessante Hinweise zu den Quellen des Kartographen.

 

„Eine Karte von der Art dieser Karte besitzt in dieser Zeit niemand. Verfasst von der Hand dieses Armen ist sie jetzt hergestellt worden. Zumal hat er von rund zwanzig Karten und Mappamondos – und zwar ist da die zur Zeit des Iskender des Zweigehörnten verfasste Karte, auf der die bewohnte Welt bekannt gemacht ist, die Araber nennen diese Karte Dschafariye, von acht solchen Dschafariye-Karten also und von einer arabischen Indien-Karte und von den Karten, die eben von vier Portugiesen verfasst worden sind und auf welchen die Länder Sind und Hind und China nach der Methode der Geometrie eingezeichnet sind, und von einer Karte, die Columbus in der westlichen Gegend gezeichnet hat, hat er dies entnommen und es auf einen Maßstab gebracht, und so hat sich diese Form ergeben, so dass also in demselben Grade, als Karten dieser (unserer) Gegend unter den Seeleuten als richtig und vertrauenswürdig gelten, auch die vorliegende Karte mit den sieben Meeren richtig und vertrauenswürdig ist.“

 

Die Darstellung der meist eisfreien Antarktis auf historischen Karten  stellt noch viele Fragen. Man findet diese nicht nur auf der Reis-Karte sondern beispielsweise auch auf der Karte des Oronteus Finaeus aus dem Jahr 1531.

Bekannt ist, dass der erste Seefahrer, der die Küste der Antarktis aus der Ferne gesichtet haben könnte, James Cook war. Das geschah im Jahr 1772.

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