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Zu den Ruinen von Simbabwe

Aus den Tagebüchern von Carl Mauch

Erschienen 2000 im Justus Perthes Verlag Gotha, ISBN: 3-623-00356-5

172 Seiten, 55 größtenteils farbige Abbildungen, weiterführende Literatur.

Erhältlich nur noch über den  Autor, Preis: 22,00 € (portofreie Zusendung)

 

Die Reiseberichte des erfolgreichen Afrikaforschers Carl Mauch, der im Auftrag des Justus Perthes Verlages Gotha, Ende des 19. Jahrhunderts Südafrika bereiste, werden hier das erste Mal umfassender veröffentlicht.

 

Was muss Carl Mauch für ein Mann gewesen sein? In sehr jungen Jahren begann er seinen Körper zu stählen, ertrug Hunger und Durst und trainierte tagelange Märsche. Dies nur, weil er sein Lebensziel in der Erforschung des südlichen Afrikas sah. Über viele Umwege, zwischendurch musste er Geld für die Weiterfahrt verdienen, gelangte er tatsächlich auf diesen Kontinent. Immer noch, ohne die geringste finanzielle Unterstützung, begann er das Land zu vermessen, die Völker zu beschreiben und eine erste Karte zu zeichnen. 

Carl Mauch (1837 bis 1875)

 

Erst nach drei Jahren kam ihm ein damals weltbekannter Kartograph aus Gotha zu Hilfe. Er sammelte Sponsorengelder um den Afrikareisenden zu unterstützen. Jetzt konnte sich Carl Mauch vor allem einige astronomische Instrumente kaufen, um die Orte seiner Reise besser bestimmen zu können.   

 

Der Kartograph war August Heinrich Petermann. Er gründete 1855 die „Mitteilungen aus Justus Perthes Geographischer Anstalt“ über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesamtgebiet der Geographie. Um dabei aktuell zu bleiben, war der Verlag auf die Berichte zahlreicher Reisenden angewiesen. Carl Mauch zeigte sich gegenüber seinem Förderer dankbar und sandte alle seine Berichte nach Gotha. In fein säuberlicher Schreibschrift liegen sie noch heute im Gothaer Archiv und künden vom Fleiß und der Exaktheit seines Verfassers.

Das ist die erste schriftliche Nachricht von Simbabwe, gezeichnet von Carl Mauch

 

Im Zenit seiner Laufbahn entdeckte Mauch den elliptischen Tempel von Simbabwe und weilte am  5. September 1871 das erste Mal hier.

 

„Bald stand ich vor dem runden Bauwerk und sah eine Mauer aus ähnlichen Granitziegeln bis zur Höhe von etwa 20 Fuß; ich brauchte nicht lange nach einem Eingange zu suchen, denn eine Stelle war ganz nahe, wo über Trümmer der Mauer eine Art Fußpfad ins Innere führte, der anscheinend öfters benutzt wird. Diesem Fußpfade folgend wurde ich über Massen von Trümmern und Theilen von Mauern gebracht, dichtes Gestrüpp und hohe Bäume verhinderten von irgendeinem erhöhten Punkte das Ganze übersehen zu können. 

Mehrere Versuche zu diesem Zweck schlugen fehl, und endlich blieb ich vor einem thurmartigen Gebäude stehen, das nahe an der gegenüber liegenden Seite eines Eingangs erbaut und anscheinend noch ganz unversehrt dastand. Es erhob sich im Ganzen bis zu etwa 30 Fuß, die unteren 10 Fuß cylinderförmig bei 15 oder 16 Fuß Durchmesser, die oberen 20 Fuß konisch mit der Spitze - Durchmesser etwa acht Fuß. Ganz dieselbe Bauart aus behauenen Granitziegeln ohne Mörtel, aber mit Bindung, den Regeln der Baukunst gemäß. Vergeblich suchte ich nach einem Eingange oder einer vermauerten Eingangsstelle, vergeblich versuchte ich mir den Zweck dieses Gebäudes zu enträtseln.“

 

Carl Mauch hat sich den Erfolg seiner Forschungsreisen sehr schwer erkämpft, bekam nach seiner Rückkehr in Deutschland im Januar 1873 wenig Anerkennung, hielt noch einige Vorträge und verstarb am 26. März 1875 bei einem tragischen Sturz aus dem Fenster seiner Wohnung in Blaubeuren.

Der Autor konnte 2005 Simbabwe besuchen, hier sind eine Auswahl seiner Fotos:

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